Normalerweise geht man bei der Anarbeitung auftragsorientiert vor. Dieser klassische Weg wird in unserer Branchenlösung »StahlPLUS« vorbildlich unterstützt. Bei Prozessfertigern ist die Beziehung Vormaterial zu Anarbeitungsartikel jedoch genau umgekehrt. Wo bei einem Anarbeiter vom Artikel zum Vormaterial geschaut wird, bedient der Prozessfertiger z. B. aus einem breiten Coil mehrere Kundenaufträge. Es werden also unterschiedliche Artikel aus einem einzigen Vormaterial erzeugt. Bei der so genannten vormaterialorientierten Fertigung richtet man sich deshalb nach dem Vormaterial und der Materialsituation im Lager. Um auch dieses Bedürfnis ihrer Kunden zufrieden zu stellen, bieten wir für den Stahlservice deshalb das Modul »VOF« an.
Die Vorteile von »VOF« liegen auf der Hand: Mit vormaterialorientierter Planung ist es möglich, für vorhandenes Vormaterial Fertigungsaufträge für einen oder mehrere Verkaufsaufträge, aber auch für Lagerfertigung und für Halbfertigmaterial zu erstellen. Halbfertigmaterial lässt sich also bereits bei der Betrachtung der Vormaterialsituation berücksichtigen. So können sogar noch gar nicht gefertigte Ringe als Komponenten für weitere Fertigungsaufträge genutzt werden.
»Heutzutage sind Kapazitätsauslastung, Optimierung des Materialeinsatzes und kurze Lieferzeiten wichtige Wettbewerbsfaktoren. Hier greift unser Modul VOF ein und ermöglicht z. B. bei der Coilbearbeitung eine schnelle und optimale Verteilung mehrerer Verkaufs- und Fertigungsaufträge unterschiedlichster Spaltbreite auf dem Coil. Das
System prüft die Anforderungen an die Materialqualität, berechnet den Trennverlust, der beim Spalten anfällt, und stellt die
Einteilung des Coils grafisch dar, sodass der Verschnitt minimiert wird.«
Aber es gibt noch einen weiteren wichtigen Vorteil von »VOF«: Ein berechneter Ring kann sofort als Vormaterial bei einem anderen Fertigungsauftrag verwendet werden – und zwar bevor das Coil überhaupt gespalten wurde. Das System arbeitet also zunächst mit »virtuellen« Ringen. Sobald diese tatsächlich produziert wurden, werden sie sofort dem zusätzlichen Fertigungsauftrag zugeordnet. Sollte sich ein Coil nicht vollständig auf Aufträge verteilen lassen, so können Ringe als Lagerfertigung für zukünftige Aufträge gespalten werden.
»Unser Softwaremodul ›VOF‹ sorgt dafür, dass ein Coil immer optimal aufgeteilt wird und die Materialverluste somit minimiert werden. Das ist bei den ständig steigenden Materialpreisen ein enormer Vorteil.«
Hinzu kommt eine beachtliche Zeitersparnis dadurch, dass die einmal vorgenommenen Einteilungen gespeichert, geändert und immer wieder abgerufen werden können und eine Einteilung nicht nur für ein einzelnes Coil, sondern auch für mehrere Coils parallel angesetzt werden kann. Aus fertigungstechnischen Gründen erfolgt die Rückmeldung dieser vormaterialorientierten Arbeitsschritte zwar gemeinsam, trotzdem werden die Produktionskosten auf die entsprechenden Einsatzmengen verteilt und ermöglichen so rückwirkend auch eine auftragsbezogene Kostenanalyse.
»Dank unserer langjährigen Erfahrung, ist es uns gelungen, unser Modul ›VOF‹ genau auf die Anforderungen von Prozessfertigern zuzuschneiden und diesen so wesentliche Wettbewerbsvorteile zu ermöglichen.«


